Nyla
Geboren: 10/2025
Geschlecht: weiblich,
Standort: Bulgarien, Sliven, Tierheim – Quarantäne
Haltung: Indoor oder Freigang / gesicherter Balkon










Manchmal ist die medizinische Behandlung nicht der schwerste Teil. Der schwerste Teil ist der Moment, in dem ein Mensch entscheidet, ob ein Tier nur eine „vorübergehende Belastung“ ist – oder ein lebendiges Wesen mit Angst, Vertrauen und dem Wunsch, einfach geliebt zu werden.
Diese kleine Maus kam auf einem Fabrikgelände zur Welt. dort gab es einen lieben Mann der sich um die wilden Katzen dort kümmerte. Irgendwann wurde das kleine Kätzchen krank. Der Mann brachte sie zu Dr. Kozheleva zur Behandlung und übernahm auch alle Kosten. Er tat also zunächst das Richtige. Die Ärztin erklärte ihm jedoch, dass das Kätzchen, wenn es wirklich gesund werden sollte, nicht draußen bleiben könne. Sie brauchte Ruhe, Wärme, Sicherheit und Pflege. Deshalb brachte er sie in die Wohnung seiner Mutter – denn er selbst wollte sie unter keinen Umständen in seinem eigenen Zuhause aufnehmen. Dort begann sie langsam, sich zu erholen. Sechs Monate lang lebte sie in Sicherheit. Sie wurde behandelt, geimpft, entwurmt und versorgt. Sie lernte, was es bedeutet, satt zu sein, warm zu schlafen und keine Angst mehr haben zu müssen. Alles schien endlich gut zu werden. Dann kam der Zeitpunkt ihrer Kastration. Doch plötzlich sagte der Mann zu Dr. Kozheleva, dass er sie nach der Operation wieder auf die Straße setzen wolle. Einfach, weil weder er noch seine Mutter sie länger behalten wollten.
Daraufhin rief Dr. Kozheleva unsere Billiana an. Sie sagte mir ganz offen, dass sie nicht glaubt, dass dieses Kätzchen draußen überleben würde. Sie war seit ihrem Babyalter an ein Zuhause gewöhnt. An Schutz. An Menschen. An Sicherheit. Nach sechs Monaten in Wärme und Geborgenheit wieder auf die Straße zurückgeschickt zu werden, würde für sie wahrscheinlich ein Todesurteil bedeuten. Und obwohl Dr. Kozheleva genau weiß, wie schwierig unsere Situation bereits ist und dass wir eigentlich keinen Platz mehr haben, bat sie mich trotzdem um Hilfe. Weil sie dieses kleine Leben nicht einfach aufgeben konnte. Denn was wäre sonst all das wert gewesen? Die Behandlung. Die schlaflosen Nächte. Die Impfungen. Die Fürsorge. Die Hoffnung. Die Chance, die man ihr gegeben hatte. Alles nur, damit sie am Ende doch wieder auf der Straße landet und ihr Leben verliert.
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